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Begegnungen bauen Brücken

Menschen können Brücken bauen. So baute Julia Frenking vom Fachdienst Jugendarbeit der Stadt Celle eine Brücke zu Essy Agboli-Gomado in Neukölln. Die folgte einer Einladung nach Celle. Und hier baute „Mama Essy“, wie die gebürtige Schwarzafrikanerin in ihrem Berliner Stadtteil genannt wird, eine Brück zu ihrem Heimatland Togo in Südwestafrika: Das „Projekt Afrika“ wurde in der Altstädter- und Blumläger Schule sowie in den Jugendhilfeeinrichtungen der Stiftung Linerhaus zu einem vollen Erfolg.


Die „Alte Molkerei“ in der Blumlage war der Brückenkopf für alles, was Essy Agboli-Gomado wichtig zur Integration von Menschen ist: Information, Kennenlernen, Singen, Tanzen und gemeinsames Essen. Und weil Liebe bekanntlich durch den Magen geht, bewirtete die leidenschaftliche Köchin aus Togo am Ende mehr als 30 Gäste mit einem reichhaltigen afrikanischen Mahl.

„Das habe ich in meiner Wahlheimat Neukölln gelernt“, gibt die gelernte Krankenschwester ihre Erfahrung weiter: „Seit 1986 lebe ich dort mitten unter 150 Nationalitäten. Nur wenn wir aufeinander zugehen und bereit sind, von einander zulernen, gelingt ein gedeihliches Miteinander.“

Mama Essy´s Speisen
Mama Essy mit Kindern

Genau das ist auch das Anliegen des Celler Projektes: „Wir wollen verschiedene Kulturen zusammenführen und Brücken zwischen Menschen und Familien bauen“, sind sich Julia Frenking und Andrea Krug von der Stiftung Linerhaus einig .An zwei Vormittagen wurde deshalb das Thema Afrika in den genannten Celler Schulen behandelt. „Essy, stimmt es eigentlich, dass ihr in Afrika abends immer ums Feuer tanzt?“ ist nur eine von vielen Fragen, die die Kinder wissbegierig stellen.

Zu „Jambo, Jambo“, einem Lied auf Kisuaheli, übersetzt „Hallo, hallo“ tanzen und singen die Kinder mit ihrem afrikanischen Gast, der jetzt in Berlin zu Hause ist. An zwei Nachmittagen in der „Alten Molkerei“ findet man noch mehr Gelegenheit für eine ganzheitliche Bearbeitung des Themas: Kinder gestalten eine Afrika-Wand, basteln Zebra- und Giraffenmasken oder afrikanische Windlichter. Afrikanische Märchen werden vorgelesen. Es gibt alles, was das Herz begehrt.

Mama Essy Portrait
Friedhelm Klein