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Heimstiftung:
Tortenstück geht ans Linerhaus

St. Annen-Zukunft ungewiss

Ein leckeres Stück vom zerbröselnden Kuchen der Celler Heimstiftung (CHS) hat sich die Stiftung Linerhaus gesichert: Sie übernimmt mit Wirkung vom 1. September die CHS-Kindertagesstätte „Tortenstück“ an der Wittinger Straße. Ungewiss ist hingegen die Zukunft der Gebäude und des Areals des CHS – St. Annen-Stifts, das im kommenden Jahr geschlossen werden soll.

 

Von Michael Ende
Aufs „Kerngeschäft“, nämlich den Betrieb nunmehr eines Altenheims, wolle sich die Celler Heimstiftung (CHS) in Zukunft konzentrieren, sagte gestern CHS-Geschäftsführer Gert-Wilhelm Gonell: „Deshalb übertragen wir die Trägerschaft der Kindertagesstätte Tortenstück zum 1. September auf die Stiftung Linerhaus – eine hervorragende Lösung, denn für die Kinder und das Erzieher-Team wird sich nichts ändern.“

Umstrukturierung
bei
karitativer
Einrichtung

Alle Mitarbeiterinnen würden übernommen, sagte Linerhaus-Stiftungsleiter Gerhard Ney. Nach einem Jahr müssten sie sich allerdings auf die niedrigeren Tarife des Linerhauses umstellen: „Wir betreiben in Altencelle in der „Rasselbande“ einen Kindergarten mit Hort und wollen dort zum ersten September eine Krippe einrichten – hierbei erhoffen wir uns wertvolle Akzente vom Tortenstück-Team. Der Kindergarten passt zu unserem Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe.“


CHS-Geschäftsführer Gert-Wilhelm Gonell übergibt den „Tortenstück“-Schlüssel an Linerhaus-Stiftungsleiter Gerhard Ney (links). Die Zukunft des Kindergartens von Leiterin Dagmar Thiele (rechts) ist gesichert. Foto: Müller

Geld sei im Rahmen der Übertragung zwischen beiden Stiftungen nicht geflossen, so Gonell und Ney. Im Gegensatz zum „Tortenstück“ sei die Zukunft der Immobilie des St. Annen-Stifts noch ungewiss, so Gonell: „Es gibt noch keine Lösungsansätze.“ Man sei jedoch sicher, gemeinsam mit der Stadt einen Investor für das Areal „in exzellenter Lage“ zu finden.

Unruhe herrscht unter den Stiftbewohnern. „Man hat mir ein Ersatz-Zimmer in einem anderen Heim angeboten, doch das ist so teuer, dass ich es mir nicht leisten kann“, klagt Ilse W. (Name geändert). „Wenn uns keiner wirklich hilft, gehen wir alten Leute auf die Straße und demonstrieren.“ Im Stadtrat haben CDU, FDP und WG Initiativen auf den Weg gebracht, die darauf abzielen, den Heimbewohnern zu helfen: Eine Beratungsstelle soll extra für sie eingerichtet werden und jeder einzelne beim Zwangsumzug – eventuell auch finanziell – unterstützt werden.

Cellesche Zeitung

Sonnabend, 7. Juli 2007