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Anna Lina eröffnet
Neues Haus für Mütter mit Kind

In feierlicher Atmosphäre haben am 31. Mai 2012 rund 90 Gäste und MitarbeiterInnen der Stiftung Linerhaus die Eröffnung des Mutter-Kind-Hauses „Anna Lina“ gefeiert.

Im ehemaligen Landhotel Vieth in Altencelle können sich schwangere Frauen und Mütter ein selbständiges Leben und eine gemeinsame Zukunft mit ihrem Kind aufbauen. Das Team aus überwiegend weiblichen Sozialpädagogen, Heilpädagogen und Erziehern unterstützt die Frauen bei Bedarf rund um die Uhr in der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim Aufbau einer guten Bindung zum Kind. So können die häufig noch minderjährigen Frauen in einem geschützten Rahmen lernen, ihr Kind verantwortungsvoll zu versorgen und zu erziehen, persönliche Krisen bewältigen sowie eine schulische und berufliche Perspektive für sich aufbauen.

Stiftungsleiter Gerhard Ney bedankte sich bei der Eröffnungsfeier bei allen Kooperationspartnern, insbesondere bei den Jugendämtern von Stadt und Landkreis Celle, sowie bei allen beteiligten MitarbeiterInnen. Dank ihres Engagements könne das Haus nun mit Leben gefüllt werden. „Nach 30 Jahren Jugendhilfe ohne Bett haben wir nun wieder ein Angebot mit Bett in diesem wunderschönen Fachwerkhaus“, so Ney und verwies damit auf die lange Geschichte des Linerhauses als Mädchenheim. „Auf Italienisch bedeutet Anna Lina „Strahlendes Licht“. Ich hoffe sehr, dass unsere ersten schwangeren Frauen und Mütter mit ihren Kindern schon leicht spüren können, dass unsere Wohngruppe strahlendes Licht verbreitet.“

Der pädagogischer Leiter der Stiftung, Thomas Röttger, lies die Entstehungsgeschichte des Mutter-Kind-Hauses Revue passieren und beschrieb, wie sich die Jugendhilfe in den vergangenen 20 Jahren verändert hat: „Ging es in den Neunzigern zunächst um die ambulante Betreuung, so wurden die Hilfsangebote im Sozialraum der Zielgruppen immer umfassender und vernetzter mit den Bereichen Frühförderung, Haushaltsführung und Krippe. Nun können wir hier eine 24-Stunden-Hilfe anbieten im Sozialraum Celle, also in der Lebenswelt der Mütter und zugleich nah am Linerhaus“, erläuterte Thomas Röttger und dankte den beiden Jugendämtern: „Sie gaben uns von Anfang an das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.“

Der zuständige Abteilungsleiter Carsten Brandes und die Teamleiterin Elena Kammerer blickten stolz auf das Haus und die Gästeschar im Garten: „In der Vorbereitung haben wir oft den Ausdruck benutzt, mit diesem Projekt „schwanger“ zu sein. Nach der erfolgreichen Geburt unseres Kindes am 1. Februar 2012 ist es mittlerweile vier Monate alt. Es ist kerngesund und entwickelt sich laut U-Untersuchung sehr gut. Unser Kind war von Anfang an sehr kontaktfreudig, und das werden wir auch weiterhin bewusst pflegen, damit es gut wachsen kann.“ Zu den Zielen des Hauses „Anna Lina“ erläuterten die beiden: „ Wir wollen den schwangeren Frauen, Müttern und ihren Kindern ein schönes Zuhause auf Zeit anbieten. Wir wollen Vertrauen aufbauen, Offenheit vorleben, wertschätzende Auseinandersetzungen führen und Bindung gestalten. Dabei ist uns wichtig, dass wir die Partner der Frauen und die Väter der Kinder im Blick haben und sie auf ihre möglicherweise gemeinsame Perspektive als Familie vorbereiten.“


Birgit Bönig, stellvertretende Leiterin des ASD vom Jugendamt des Landkreises Celle, beglückwünschte das Team: „Ich erlebe, das ich hier nicht nur ein Papier - eine schriftliche Konzeption - erhalten habe, sondern dass die MitarbeiterInnen das Geschriebene mit Herz und Freude leben und füllen und durch Ihre verschiedenen Ausbildungen und Arbeitsschwerpunkte den Tagesablauf für jede junge Mutter mit Kind individuell hilfreich gestalten und unterstützen." Als besonderen Gruß vom Landkreis und mit guten Wünschen übergab Birgit Bönig dem neuen Mutter-Kind-Haus ein Gedicht und allen MitarbeiterInnen eine Rose.

Glückwünsche kamen auch von Georg Schäfer von der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe des Jugendamtes Celle. Er betonte die Bedeutung von Mutter-Kind-Häusern wie „Anna Lina“. Er sehe den Bedarf auch langfristig und auch über Celle hinaus.

Zurzeit leben im Haus „Anna Lina“ zwei Mütter mit ihren Kindern und zwei schwangere Frauen. Neben der vollstationären Wohngruppe bietet die Stiftung Linerhaus Müttern und im Einzelfall auch Vätern mit Kind Trainingsappartements auf dem Gelände, um dort die Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden zu erproben. Auch nach dem Umzug in die eigene Wohnung können Mütter und Väter mit ihren Kindern von den pädagogischen Fachkräften des Anna Lina Teams stundenweise betreut werden, damit der jungen Familie der Schritt in ein eigenverantwortliches Leben gelingt.

Am Ende der Eröffnungs- und Glückwunschreden gab es zwar keine strahlende Sonne, wie es dem Namen des Hauses angemessen gewesen wäre, sondern Nieselregen, dafür flog majestätisch ein Storch über den Garten und die Köpfe der Gäste – ein sicheres Zeichen für viel Glück und Nachwuchs im neuen Haus.

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