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Fortbildung für Fachkräfte in der Jugendhilfe
Altencelle, 5. Juni 2013

In dieser Woche findet in der Stiftung Linerhaus wieder ein Modul der berufsbegleitenden Fortbildung für Fachkräfte in der Jugendhilfe statt. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen von den vier Celler Trägern der freien Jugendhilfe: Caritas, Celler Evangelisches Kinderheim, Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen und Stiftung Linerhaus, sowie von den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe, der Stadt und dem Landkreis Celle. 2014, am Ende der zweijährigen Fortbildung werden sie das Zertifikat zum Ressourcen- und lösungsorientierten Sozialtherapeut in den Händen halten.
Wichtiges Anliegen des Ressourcen- und lösungsorientierten Ansatzes in der Beratung von Kindern, Jugendlichen und Familien ist es, die Fixierung auf die Probleme umzuwandeln in eine Perspektive auf die Lösung.

Arbeitsgruppe Spende
Die 20 Fachkräfte, die sich in der Stiftung Linerhaus zu Sozialtherapeuten fortbilden, mit dem Referenten Berthold Lomberg (vorne in der Mitte) und den Koreferenten Gundy Hotopp (vorne links) und Marc Lipka (vorne rechts)

Dabei sollen die  Klienten ermutigt werden, selbst die Ziele zu buchstabieren, die geeigneten Wege dahin zu bestimmen und dafür ihre vorhandenen und noch zu entdeckenden Ressourcen zu nutzen.

Der Sozialarbeiter, Soziologe und Therapeut Berthold Lomberg leitet die Fortbildung. Für ihn ist der Ansatz in erster Linie eine Frage der Haltung, die der Berater dem Klienten entgegen bringt: die des Respekts. „Traditionell gilt in der Beratung das Prinzip der Fürsorge. Dem Klienten wird vermittelt, was er tun und ändern soll. Das funktioniert jedoch immer weniger und macht die Menschen nur noch hilfloser. Bei diesem Ansatz geht es darum, radikal umzudenken und den Klienten die Hoheit über ihre Wege und Ziele wieder selbst in die Hand zu geben.“ Lomberg macht den Unterschied bildlich deutlich: „Genogramme beispielsweise, die in der Therapie hilfreich sind für die Darstellung von Familienbeziehungen und Mustern, hat man herkömmlich mit Klienten erarbeitet, um deren Leichen im Keller zu finden. Mit unserem Ansatz gehen wir auch in den Keller, ja, aber um dort Eingemachtes im wörtlichen Sinne zu finden: die individuellen Schätze, die jeder Mensch irgendwo verwahrt“.

Dieser Ansatz der Ressourcen- und Lösungsorientierung findet sich auch in der Methodik der Fortbildung wieder. Gundy Hotopp, Mitarbeiterin der Stiftung Linerhaus und Ko-Referentin der Seminare, beschreibt es so: „ Wir arbeiten mit den Ressourcen der Seminarteilnehmer. Z.B. bei Übungen mit der Genogrammarbeit gehen wir auf „Schatzsuche“ in die eigenen Lebensgeschichten. So kann jeder merken, was für eine stärkende und Selbstbewusstseins fördernde Wirkung diese Methode hat. Umso besser können die Teilnehmer sie dann in der Praxis anwenden.“ 

Nach der Hälfte der Fortbildungszeit zieht eine Teilnehmerin Zwischenbilanz: „Das, was ich hier lerne, ist sehr bereichernd. Zugleich rumort es und stellt vieles in Frage, was in der Praxis der Beratungstätigkeit anders läuft und wie weit sie manchmal von dem Ideal dieser Haltung entfernt ist. In den Hilfegesprächen, die wir führen, haben wir schnell eine defizitäre Sicht auf die Klienten, auch, weil am Ende eine klare Analyse stehen muss. Das gemeinsame Lernen und der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen anderer Träger ist sehr fruchtbar. Wenn wir im beruflichen Alltag dann aufeinandertreffen, beispielsweise in Hilfegesprächen, dann ist die Verständigung und Übereinkunft sehr schnell da.“

Der pädagogische Leiter der Stiftung Linerhaus, der die Fortbildung organisiert, spricht mit Blick auf die Trägerkooperation von einem Erfolgsmodell: „2001 haben wir die Kooperation der freien Träger gebildet und zusammen mit der Stadt Celle mit dem Sozialraumbudget eine neue Steuerungsform der Jugendhilfe realisiert. Längst steht die Kooperation nicht mehr nur für eine neue Organisationsform der Hilfen für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien, sondern auch und besonders für gemeinsame Inhalte und Qualitätsstandards. Beispielhaft ist dafür die trägerübergreifende Fortbildung, die wir seit 2004 nun schon zum vierten Mal anbieten können.“


AnsprechpartnerInnen:

Thomas Röttger
Pädagogischer Leiter
Tel.: 05141 – 804-103
E-Mail: linerhaus.roettger@t-online.de

Gundy Hotopp
Mobil: 0176 – 52 67 34 84

Marc Lipka
Tel.: 05142 – 4 10 01 26