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Land fördert Linerhaus
für Täterarbeit bei häuslicher Gewalt

Neu im Förderprogramm des Landes Niedersachsen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt ist die Stiftung Linerhaus in Celle. Für die Durchführung von sozialen Trainingskursen erhält die Stiftung rund 20.000 Euro für das Jahr 2013.

Für die Opfer häuslicher Gewalt, in der Regel Frauen und Kinder, wurde in den letzten Jahrzehnten ein Netz von Frauenhäusern und Frauenschutzeinrichtungen geschaffen. Ziel ist es, die Opfer vor weiteren Übergriffen zu schützen. Die Täterarbeit bei häuslicher Gewalt ist ein Programm, das es sich ergänzend dazu zur Aufgabe gemacht hat, mit den zumeist männlichen Tätern zu arbeiten.

„Nur so können wir die Gewaltspirale durchbrechen“, sagt Sozialministerin Aygül Özkan, deren Ministerium das Förderprogramm erstmals 2010 auflegte. „Die Täter müssen lernen, sich mit ihrem gewalttätigen Handeln auseinanderzusetzen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Die Arbeit mit ihnen ist ein wichtiger Baustein der Prävention.“

In Celle begann die Täterarbeit vor drei Jahren mit Einzelberatungen und ist seither eingebettet in die Tätigkeit des „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt". Seit 2011 nehmen regelmäßig jede Woche zwischen vier und sieben Männer an sozialen Trainingskursen teil. Einige kommen freiwillig, viele haben von Staatsanwaltschaft oder Gericht die Auflage zur Teilnahme bekommen. Der Kurs umfasst 26 Termine, die Männer bleiben in der Regel sieben bis acht Monate dabei.
„Die Landesförderung bedeutet für uns eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit“, freut sich Stefan Fleischer. Er ist Abteilungsleiter bei der Stiftung Linerhaus und Initiator der dortigen Täterarbeit. „Durch die Förderung können wir - zumindest im nächsten Jahr - die Arbeit ausweiten“, ergänzt sein Kollege und Sozialpädagoge Ulli Hollmann, der die Kurse leitet.
„In Kooperation mit der Polizei können wir in Zukunft gewalttätig gewordene Männer bereits sehr schnell nach der Tat persönlich ansprechen, noch bevor die Strafgerichte eingeschaltet werden. So können wir mit ihnen an ihrem übergriffigen Verhalten arbeiten, solange die Tat noch präsent ist.“

Ansprechpartner:

Stefan Fleischer
Tel.: 05141 – 804-113
Mobil: 0175 - 2 61 41 41
E-Mail: linerhaus.fleischer@t-online.de

Ulrich Hollmann
Mobil: 0160 – 90 48 99 71